Dienstag, Februar 23, 2010

Astral Travelling

On Thembi, that was the first time that I ever touched a Fender Rhodes electric piano. We got to the studio in California — Cecil McBee had to unpack his bass, the drummer had to set up his drums, Pharoah had to unpack all of his horns. Everybody had something to do, but the piano was just sitting there waiting. I saw this instrument sitting in the corner and I asked the engineer, "What is that?"
He said, "That’s a Fender Rhodes electric piano."
I didn’t have anything to do, so I started messing with it, checking some of the buttons to see what I could do with different sounds. All of a sudden I started writing a song and everybody ran over and said, "What is that?" And I said, "I don’t know, I’m just messing around." Pharoah said, "Man, we gotta record that. Whatcha gonna call it?"
I’d been studying astral projections and it sounded like we were floating through space so I said let’s call it "Astral Traveling."
(From Wikipedia.org (>>))

That's Jazz in a nutshell. That's the way you should treat the new in the world and its possibilities - curious and curageously. And the result will invariably beggar all description, in a positive way. So listen to it. Here, for example (>>).

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Sonntag, Februar 21, 2010

Das große Irrenhaus der Welt

Die wichtigste Erkenntnis, die ich diese Tage hier anbringen konnte, war eine, die ich schon lange gehabt hatte, die sich aber jetzt gerade erst wieder den Weg an die Oberfläche meiner Gedanken kämpfte: Diese Welt war nichts Anderes als eine einzige, große Irrenanstalt. Es verhielt sich mit ihr sogar noch schlimmer, als ich früher gedacht hatte. Es war wirklich alles verrückt: das gesamte System war verrückt, und die Menschen, die unter und in und ihm und durch es lebten, waren ebenfalls verrückt, verrückter sogar noch als einfach nur verrückt. Ich wandelte hier in dieser Stadt, in diesem Land, auf diesem Kontinent, ja auf diesem Planeten unter Irren. Ich war selbst irre, zu einem gewissen Grad, aber weitaus weniger irre als die meisten anderen. Ich begann, mich zu heilen. Ich bemühte mich seit langem schon darum, und es war ein langsamer, schmerzhafter Prozess.

Was mich früher am Leben gehalten hatte, war die Natur um die Stadt herum gewesen, am See, der See. Was immer Schlimmes passierte, welche traurigen oder grausamen Gedanken auch meinen Geist beschäftigten, ich konnte immer an den See gehen und mir den Kopf vom unablässig wehenden Wind durchpusten lassen. Der Kosmos hielt mich angesichts der Welt, die wir Menschen geschaffen hatten, am Leben, ja er ermöglichte es mir überhaupt erst.
Hier in Berlin hatte ich keinen See, und hier in Berlin hatte ich keinen Kosmos. Hier hatte ich nur Berlin, nur den Moloch Stadt, nur die verdammte Welt und nichts sonst. Der Kosmos war weit weg, irgendwo hinter der Stadtgrenze, und auch dort nur ein armseliger solcher eingedenk der Schönheit anderer Orte, des Sees.

Ich meinerseits lebte ein verzweifeltes Leben, denn ich erkannte immer mehr vom Wahnsinn der Welt. Tatsächlich ging mein Wissen über diesen Wahnsinn weit über alles hinaus, was ich während meines Studiums gewusst oder gar geahnt hatte, und es stellte sich als schlimmer heraus als in meinen übelsten Träumen. Ich hatte schon seit langem gewusst, dass unsere Bewusstseine das Urproblem hinter allem waren, beziehungsweise unser Umgang mit ihnen, aber wie verkommen und verkorkst die ganze Welt, die ganze Gesellschaft tatsächlich waren, das wurde mit erst nach und nach klar, jetzt, zu dieser Zeit, und meine Verzweiflung wuchs mit jeder neuen bitteren Erkenntnis.

Wie lagen die Dinge nun? Ich musste mir einmal wirklich darüber klar werden, wenn ich die Puppen zum Tanzen bringen wollte. Eigentlich war ich verzweifelt, und immer mehr so, je tiefer ich in den tatsächlichen Zustand der Welt eindrang; nur brachte mich auch das verzweifelte Auf-dem-Arsch-Sitzen ja nicht wirklich voran. Wir waren hier auf diesem Planeten, in dieser Realität, ob Kosmos oder Welt, um etwas zu vollbringen, um einen Vers beizusteuern zu diesem wahnsinnigen Spiel oder gar, und das war das eigentliche, das einzig sinnvolle Ziel, um die Regeln selbst zu ändern, gemeinsam – denn dass wir neue Regeln brauchten, das stand vollkommen außer Frage, denn so, wie die Welt war, war sie wahnsinnig und konnte nicht mehr lange bestehen.

Was aber, fürs Erste ins Unreine gesprochen, den Zustand der Welt anging, so war der sogar sehr leicht zu diagnostizieren: Es ging, auf der oberen, offensichtlicheren Ebene, nur ums Geld – Geld Geld Geld Geld Geld, und die Macht, die dieses verdammte Geld mit sich brachte oder wenigstens mit sich zu bringen schien, und die die Akteure des Wahnsinns mit Glück verwechselten. Auf der anderen, der subtileren, der eigentlichen Ebene ging es natürlich um etwas ganz Anderes, von dem das Geld nur ablenken sollte – um das Leiden an sich selbst und der eigenen Existenz, von der gerade die Hauptprofiteure des Systems betroffen waren; um die Unfähigkeit von ihnen und uns allen, nicht nur im eigenen Interesse und überhaupt an mehr als nur sich selbst zu denken; und damit um das eigentliche, jahrtausendealte Rätsel: Wie konnten wir mit unserem Bewusstsein und alle zusammen gut leben; wie konnten wir dieses Bewusstsein endlich so beherrschen, wie es notwendig war?

Wir hatten noch nicht einmal an der Oberfläche gekratzt. Wenigstens hatten wir 2400 Jahre Buddhismus und 100 Jahre Psychologie, auf denen wir aufbauen konnten. Von der Psychologie sprach ich an dieser Stelle allerdings eher halbherzig. Ich kannte sie ein bisschen.

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