Full Circle
Choosing viewpoints
Stepping back
Taking measures
Climbing high
Above the clouds
No way back
Full View
Taking it in,
Everything.
Realization:
Full Circle.
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Hard-boiled, anyone?
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Der Satz kam mir unvermittelt in den Sinn:Dies war der Herbst meines Lebens.
Er stand plötzlich vor meinem geistigen Auge, fix und fertig, mit einem melancholischen Klang. Ich spürte, dass er wahr war. Er stimmte mich traurig, und zugleich war ich froh. Ich hatte den Winter meines Lebens bereits erlebt, in jenem kältesten Zeitalter meines Lebens, das ich in München verbrachte. Bei jeder Gelegenheit dankte ich Gott, dass dieses Zeitalter nur ein halbes Jahr gedauert hatte. Mehr hätte ich auch nicht überlebt. Nun also der Herbst meines Lebens. Es war Herbst, dort draußen in der Welt, und zugleich war Herbst in meinem Herzen, ein ganz anderer, noch melancholischerer, sonnigerer, längerer Herbst, in den Tiefen meiner Seele.
Der magische Wechsel der Jahreszeiten. Ich erinnerte mich, wie es früher gewesen war. Frühling, Sommer, Herbst und Winter hatten den Rang von gewichtigen Ereignissen. Jede Jahreszeit schien ewig zu währen.
Der Herbst badete uns in seinen goldenen Strahlen und der Pracht seiner Farben, und wir konnten uns an kein Vorher mehr erinnern. Er war da, und er war ewig.
Der Winter umhüllte uns mit seiner knackigen Kälte, den kurzen Sonnenstunden und dem Schnee, der sanft von den Zweigen der Bäume rutschte. Es war eine vollkommene Winterwelt, und es gab keine anderen Welten mehr.
Der Frühling brachte den Duft des neuen Anfangs, die knospenden Blüten und die sprudelnden Bäche, die das Schmelzwasser zu Tal trugen. Die Vögel kehrten zurück und sangen von den Verheißungen ferner Länder. Wir stürmten über die feuchten Wiesen und durch die wiedererwachenden Wälder. Es würde immer Frühling sein.
Der Sommer drückte mit der Wärme seiner Tage, an denen die Sonne brannte und wir uns in den Schatten der Bäume verkrochen. Wir spielten bis in die Nacht hinein, wenn es endlich wieder kühler wurde. Die Tage nahmen kein Ende. Die Nächte waren kurze Ruhepausen im Wirbel unseres Lebens.
Alles war magisch, alles hatte Bedeutung. Wir lebten in einer Welt, die eigens für uns geschaffen worden war. Es war eine unschuldige Zeit. Alles war absolut. Alles war, wie es war.
Heute sah all das anders aus. Der Zauber der Dinge war mit den Jahren verloren gegangen, in denen wir von anderen lernten, was das war und was es zu sein hatte, das Leben. Mein Bruder versuchte, die Unbeschwertheit wiederzuerlangen und studierte Schauspiel. Die Wiederverzauberung der Welt. Doch es war ein Kampf, und der Gegner war zäh. Die geschlossene Welt der Erwachsenen, wie sie zu sein hatte.
Ich suchte das Ziel in mir und in den anderen. Die Antworten wären in unserem Geist, in den Seelen und den Herzen zu finden. Und doch, auch mit den Antworten, die sich in jahrelanger Arbeit langsam aus dem Strom der Dinge kristallisierten, war die Qualität der frühen Jahre verschwunden. Wir hatten erfahren, was die Zeit war. Alles tanzte nun zu einem anderen Rhythmus. Auch wir.
Die Dinge änderten sich. Was gewesen war, endete und begab sich zur Ruhe. Das Laub meiner Vergangenheit wehte über die Wege, die ich als nächstes beschreiten würde. Es würde wieder einen Frühling geben, aber an anderer Stelle. Ich genoss die letzten Strahlen der Sonne, die dieses Leben erhellt hatte. Ich bemühte mich, ihre Wärme mit jeder Faser und Pore meines Körpers aufzufangen und tief in mir zu verwahren. Sie würde mich einige Zeit tragen müssen. Die Erinnerung war kostbar. Sie füllte mein Herz.
Es war der Herbst meines Lebens. Es gab nichts anderes mehr.
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Der Herbst war da und machte sich breit, packte die Taschen aus und hängte seine Sachen in den Schrank. Es blieb allerdings kalt. Die Temperaturen waren gestern mit allem Drum und Dran in den Keller gefallen, und während die Sonne sich erholt hatte und wieder zurück nach oben gekrochen war, war die Wärme auf der Strecke geblieben wie weiland Günther Messner am Nanga Parnat. Wenigstens regnete es nicht mehr.
Ich war zu lange auf Sizilien gewesen. Der Straßenverkehr hielt mit einem Mal neue alte Gefahren für mich bereit. Drei Jüngelchen in ihrem Wagen nieteten mich fast um, als ich die Straße überquerte. Sie gestikulierten wild und riefen mir Dinge hinterher. Ich blieb stehen, drehte mich um und ging zurück und machte ihnen ein bisschen Angst. Auf der Straße galt in diesem Land das Recht des Stärkeren, in der einen wie der anderen Hinsicht. Das wild auf die Straße Rennen musste ich mir in den nächsten Tagen aber jedenfalls wieder abgewöhnen.
Ansonsten war dies der Herbst meines Lebens – wie ein Sequel zu den Dingen, die ich letztes Jahr bereits einmal erlebt hatte. Ich las viel von meinen Texten aus diesem letzten Jahr, und sie sagten mir viel, auch Dinge, die ich in der Zwischenzeit vergessen hatte. Ich hatte noch immer das Gefühl, dass es mir besser ging als letztes Jahr, und dass die Dinge nun endlich in Bewegung kamen. Das Telefonat mit A. gestern war nur eines dieser Dinge, aber das augenfälligste. Da war einer, der offenbar im Leben stand und Interesse an mir hatte und an meinen Fähigkeiten. Ich hatte mich außerdem gut geschlagen und das Gespräch nicht aus der Hand gegeben, sondern kollegial mitgeführt, und die richtigen Fragen gestellt, und all das tat mir gut. Es steigerte mein Selbstvertrauen. Das war vorher auch schon ein gutes gewesen, aber ich freute mich und nahm gern – besonders, was den endlichen Einstieg in die Arbeitswelt anging, konnte mir das nicht schaden. Das Beste war: ich bekam langsam richtig Lust dazu. Ich wollte mich endlich ein wenig beweisen und ein wenig Geld verdienen, und am Besten in Berlin, und am Allerbesten mit dem Mädchen zusammen, nach dem ich mich so sehnte und das ich liebte. All das wäre gar nicht schlecht. Es würde mir wahrscheinlich sogar gefallen.
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Schließlich saß ich eineinhalb Stunden einfach nur da, starrte vor mich hin auf die belebte Straße und dachte an nicht viel. Fast schon eine Meditation, die ich sehr genoss, während D. ob der Untätigkeit eine Gehirnwindung nach der anderen kapauster ging, so dass er schließlich noch einmal die gesamte Stadt durchquerte, während ich mich weiterhin meiner gedankenlosen Versenkung anheimgab.
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Lipari selbst war sehr schön und sehr erfrischend, voller schöner Frauen und schöner Ausblicke und doch mit jener Ruhe, nach der ich mich in Palermo so gesehnt hatte. Wir badeten am Strand, fuhren auf einem Boot die Küste entlang, tranken und rauchten zuviel und konnten wieder keine Italienerinnen abschleppen – nicht dass wir es ernsthaft versucht hätten. Aber die allgegenwärtige Schönheit war tatsächlich zuviel für uns und machte uns rammdösig.
Sonst passierte nicht viel, außer dass ich die Lust verlor. Sizilien konnte mich mal. Ich wollte endlich wieder nach Hause, auch wenn ich dieses Zuhause nicht mehr lange hätte. Ich wollte auch zurück zu dem Menschen, den ich liebte, denn sie fehlte mir sehr, und mehr mit jedem Tag. Und schließlich hatten D. und ich auch genug davon, auf die Art der Reisenden aneinandergekettet zu sein, das auch noch.
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Aber vielleicht musste ich diese Stadt anders verstehen. Vielleicht musste ich mich öffnen und die Stadt und das Leben in ihr so akzeptieren und annehmen, wie sie nun einmal waren.
Da ich dies schrieb, sprach mich ein alter Mann an, der an meinem Tisch Platz genommen hatte, auf Englisch, und in einem sehr guten Englisch. Wir redeten eine Viertelstunde, einfach so, und er erzählte mir seine Geschichte.
Es war ein guter Ort, trotz allem, und es waren gute Menschen hier, trotz allem. Ich trank Kaffee und rauchte und saß hier, und für diesen Moment war es wieder gut.
Wir tranken Kaffee und Bier und aßen Pane con Mitza, und tranken Wein auf unserem Balkon hoch über den Straßen der Stadt, und führten lange Gespräche bis tief in die Nacht. Manche Dinge trennten D. und mich, aber sehr viele Dinge verbanden uns auch tief uns ausdauernd miteinander, und ich war sehr froh, hier zu sein, und ich genoss diese Zeit aus ganzem Herzen.
Es war keine Stadt für die Ewigkeit, soviel war klar, sondern eine große, heiße, jähe Liebe, die Sache eines Moments und eines Augenblicks, die aber auch wieder vergehen würde; aber bis dahin nahm sie mich gefangen und elektrisierte mich und beutelte mich, und am Ende würde ich beides sein: froh, der Stadt wieder entronnen zu sein, aber zugleich sehnsuchtsvoll auf den nächsten Besuch hoffend – in Palermo, der Stadt der Städte.
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MONREALE – Der Bus ab der Piazza Indipendenza den Berg hinauf hallte wieder vom babylonischen Sprachgemisch. Iren, Deutsche, Engländer, Franzosen, Italiener, alle waren sie an Bord und strebten dem Haus des Herrn zu. Dieses Haus war dann erstmal geschlossen, und der Volkstamm verkrümelte sich in den Gassen der Altstadt. Es waren schöne Gassen, und sie waren sehr lang und sehr gewunden und sehr heiß, und wir wurden sehr durstig. Wir bestellten ein Bier in einer Bar am Domplatz, der immernoch so war, wie er damals gewesen war, und ich erinnerte mich mit einem Mal wieder an viele Dinge, und es waren gute Erinnerungen. Ich erinnerte mich an Monreale, wie es damals gewesen war, und an Palermo, wie es damals gewesen war, und an R. und daran, wie sehr ich damals in sie verliebt gewesen war. Ich schwelgte in Erinnerungen, und verlor mich in der inneren Zeit, die den Erinnerungen eigen ist, und rauchte eine Zigarette und trank mein Bier.
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Ich stöpselte mich ein und ließ „Palermo“ laufen, jenen Song, den ich nach meinem ersten Besuch in der Stadt geschrieben hatte, und das verdammte Resultat übertraf meine kühnsten Erwartungen. Es war der Soundtrack zu dieser Stadt, es war die Musik, die diesen Moloch erträglich machen konnte. Es gehörte zum Besten, was ich bisher geschrieben hatte, und es wurde seinem Zweck und seinem Anliegen mehr als gerecht: einen Teil dieser unfassbaren Stadt einzufangen. Es war etwas, worauf ich stolz sein konnte, und es traf genau ins Herz dieser Stadt, und ich war tatsächlich sehr stolz, und glücklich und bereit, anzunehmen, was immer als Nächstes kam. Ich hatte etwas geschaffen, und was es war, war große Schönheit und eine mögliche Beschreibung der Wirklichkeit.
Die Menschen waren alle gleich, und wohl auch alle wunderbar, an allen Orten dieser Welt. Nur die Orte selbst waren vielleicht manchmal vergeblich.
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Alles ist behäbig, und für alles existiert unendlich viel Zeit. Als wäre die Zeit an diesem Ort ein stehendes Gewässer, aus dem jeder nach Bedarf und Belieben schöpfen könne...
BALKANZEIT – Das einzige, was zu hören ist, ist das tiefe Brummen einer bereitstehenden Lokomotive, und das einzige, was zu spüren ist, ist der eigene Herzschlag. Ab und an durchquert ein Güterzug mit kreischenden Achsen den Bahnhof. Dann wieder Stille. Der Blick geht wieder zum Meer, und das eigene Herz meldet sich wieder. Andere Passagiere graben mit ihren Leibern Tunnel in die brütende Schwere des Mittags, durch die dann, ganz kurz, leichte Lüfte ziehen.
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Es hatte nicht die besten Handtücher gegeben, nicht das größte Bett oder das schönste Bad, aber wundervolle Gastgeber, die uns eher zu Freunden denn zu Gastgebern geworden waren. Es war an der Zeit, weiterzureisen, aber wir taten es auch mit einem weinenden Auge, auch wenn wir natürlich wie immer sehr cool taten.
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Das Meer und der Himmel nur
Zwei verschiedene Arten
Von tiefstem Blau.
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REISELEKTIONEN – Irgendwann ging man sich immer an die Gurgel, erwischte man einen wunden Punkt, überreizte man die Geduld. Dann waren ein paar ehrliche Worte nötig. Wir sprachen diese Worte, und nun war alles ersteinmal wieder im Gleichgewicht. So sollte es bleiben.
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SIRACUSA – Unser Gastgeber bekochte uns gestern Abend, für wenig mehr als den Materialpreis. Er fuhr auf, was das Meer um die Stadt zu bieten hatte, und es war sehr gut und sehr viel und wir waren’s zufrieden. Das Essen begann mit Muscheln und Brot und Antipasti, und S., unser Gastgeber, war noch sehr aufmerksam, und er und A., seine Freundin (und die Besitzerin des Hauses) aßen mit uns, und die Muscheln waren hervorragend. Nach den Muscheln kam Pasta, und weiter der herbe, weiße Wein aus der Karaffe auf dem Tisch, und von beidem gab es mehr als genug, und so waren wir nach der Pasta erstmal erledigt. Wir legten eine Raucherpause ein, einer der italienischen Art. Der Joint entspannte und lockerte uns, und das Gespräch wurde angeregter. Die Stimmung besserte sich, und die Verpflichtungen lockerten sich, und es lockerte sich allem S. Anders ausgedrückt, wurden wir ihm von Gästen zu Freunden. Das erklärte vermutlich, warum er sich als Nächstes als erster vom Salat bediente, den Wein fast austrank und, während wir seinem Beispiel am Grünzeug folgten, bereits an den Töpfen mit den Calamares und den kleinen, zarten Fischen hing. Seine Freundin trug derweil immer wieder Brot herbei, schenkte uns nach und versuchte, zunehmend erregt, uns unseren Anteil zu bewahren, während ich, vom Joint und der allgemeinen Gelöstheit befeuert, mit einem Tunnelblick mit den anderen diskutierte und mit nebenher eine Geschichte ausdachte, wie ein Wirt seine Gäste bekifft machte, um sie über den Tisch zu ziehen und alles selbst zu essen. S. füllte an dieser Stelle den restlichen Wein in der Karaffe mit Wasser auf, und ich lachte laut und herzlich, weil es so wunderbar zu meiner Geschichte passte. Die anderen blickten verständnislos, aber das kümmerte mich nicht.
A. hatte schließlich genug vom Bedienen (und vielleicht auch von S.) und verdrückte sich. Ich war völlig zu und nahm zur zweiten Raucherpause nur noch einen Zug. Auch das Englisch verkrümelte sich jetzt vom Tisch. D. und S. redeten noch lange. Ich ging ins Bett, mein Magen gefüllt und massiv wie eine eiserne Kanonenkugel, und schlief wie ein Stein.
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Ansonsten stand der Tag im Zeichen der Griechen, die in Syrakus unauslöschlich ihre Spuren hinterlassen hatten. Das Teatro Greco war ein guter Ort für Konzerte, und das Ohr des Dionysos ein guter Ort zum Singen, und das ganze Gelände eine einzige Steinwüste und in seiner Wildheit sehr schön.
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Diese Reise war eine erzwungene Ruhepause, eine Einkehr zu mir selbst.
Nur an die Liebe dachte ich oft.
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SIRACUSA – Der Kellner in der Bar della Marina kam aus Freiberg am Neckar. Einer der Italiener, die in Deutschland glücklicher waren als hier. Die Liebe brachte ihn wieder zurück, wie es so geht. Eine unserer ganz normalen, alltäglichen Geschichten. Ein Schicksal, das er uns gemütlich am Tisch erzählte, aber mit unruhigen Augen.
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Ansonsten konnte man in Sizilien vor allem eines lernen: Warten. Gott- und schicksalsergebenes Warten und Hinnehmen. Etwas Anderes konnte man in den meisten Fällen sowieso nicht tun.
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REISELEKTIONEN
1. Es ist alles teurer, als man sich’s vorstellen kann.
2. Es fährt nicht alles dann, wenn es soll. Sei froh, wenn es fährt.
3. Und es fährt auch nicht dort, wo es sollte, sondern ganz woanders.
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Ich begriff an diesem Ort und durch diese Art zu leben, von Tag zu Tag, ohne Pläne, Sicherheiten, feste Zeiten und Verpflichtungen, dass dies genau das war, was ich an dieser Stelle meines Lebens brauchte: ein weniger an ratio, und mehr Vertrauen und Zutrauen zu den Dingen, die sich eben ergaben oder ergeben würden.
Ich hatte wieder die Liebe gefunden, eine sehr ehrliche, wichtige Liebe, das wusste ich – mein Bauch wusste es, der Kopf konnte es noch immer nicht richtig fassen und glauben, aber ich wusste es mit der Sicherheit des Körpers, der tiefsten Sicherheit, die wir besitzen können. Vielleicht wollte ich ihr folgen, und nach Berlin gehen, später, und sehen, was ich dort tun und wer ich dort werden könnte. Es gab nur dieses eine Leben, und der Kopf wollte Sicherheiten und Garantien, für die zehn Leben nicht genügt hätten, also konnte ich auch einfach das tun, was notwendig und was richtig war.
Das war es, was sich in Sizilien änderte: die Wahrnehmung der Dinge, und dann, nach und nach, die Wahrnehmung der Welt, der Verpflichtungen und der Prioritäten, die wir setzten und die ich setzte, und ich war sehr gespannt, was sich noch daraus entwickeln würde.
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Bei alledem immer auch: die Gedanken an sie...
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