Sonntag, Februar 17, 2008

Gier vs. staatsbürgerliche Gesinnung

Gelesen und gefunden in der ZEIT, für gut befunden - weshalb ich hier zitieren möchte. Dank an Martin Dupick für seine Gedanken, und auch auf den Artikel selbst sei der Vollständigkeit halber verwiesen.

...

Herr Zummwinkel ist der Versuchung zu betrügen erlegen, das passiert Menschen aller sozialen Schichten täglich. Als Beispiel sei neben dem Steuer- der Sozialhilfebetrug genannt, in beiden Fällen wird der anonyme Staat bestohlen. Fakt aber ist, dass der anonyme Staat von uns allen gebildet wird. Die Hand eines Herrn Zumwinkel oder eines Sozialhilfebetrügers geht in unser aller Taschen. Unsere soziale Gemeinschaften wird zum einen durch das Gesetz und zum anderen durch unsere staatsbürgerliche Gesinnung geschützt.

Ein integerer Staatsbürger würde seine Gesinnung in etwa so formulieren:

Der Staat, das sind wir alle. Wir zahlen Steuern um Sachen zu bezahlen, die wir alle brauchen und benutzen, Sachen die sich keiner alleine leisten könnte; Polizei, Schulen, Gerichte etc. Je mehr jemand hat, desto mehr soll er geben, das nennen wir Solidarität. Je mehr jemand bekommt, desto bescheidener soll er werden, das nennen wir Dankbarkeit.

Ein verrotteter Staatsbürger denkt in etwa so:

Der Staat, das sind die anderen. Die zahlen Steuern um Sachen zu bezahlen, die ich brauche und benutze, Sachen die ich mir nicht leisten könnte; Polizei, Schulen, Gerichte, etc. Je mehr jemand hat, desto mehr kann er mir geben, das nenne ich Gerechtigkeit. Je mehr ich mir nehme, desto mehr will ich haben, das nenne ich Vernunft.

Steinbrück beklagt völlig zu recht, dass das staatsbürgerliche Bewußtsein der Deutschen ein wenig mehr Integrität vertragen könnte. Menschen wie Zumwinkel verdienen Mißachtung. Trotz seiner beachtlichen Lebensleistung kann da kein Funke Respekt verbleiben. Es ist völlig egal, ob Steuerhinterziehung legal oder trickreich ist, sie ist zutiefst unsolidarisch. Einem darf aber nicht weniger schlecht werden, wenn man die Linke und deren abstoßende Wählerschaft erblickt, der es zur Gänze an Dankbarkeit fehlt. Ethisch sitzt der Anhang der Linken mit Zumwinkel und Konsorten in einem Boot; auf der einen Seite die Starken, die nichts geben wollen, und auf der anderen Seite die Schwachen, die den Starken nichts lassen wollen; keine Solidarität hier, keine Dankbarkeit dort, Gier auf beiden Seiten.

[Martin Dupick, Kommentar auf ZEIT online]

Labels: , ,

Bookmark and Share
Eingestellt von MwaH Am/um

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Links zu diesem Post:

Link erstellen

<< Startseite