Dienstag, September 18, 2007

Sizilianische Reise (12)

SIRACUSA – Unser Gastgeber bekochte uns gestern Abend, für wenig mehr als den Materialpreis. Er fuhr auf, was das Meer um die Stadt zu bieten hatte, und es war sehr gut und sehr viel und wir waren’s zufrieden. Das Essen begann mit Muscheln und Brot und Antipasti, und S., unser Gastgeber, war noch sehr aufmerksam, und er und A., seine Freundin (und die Besitzerin des Hauses) aßen mit uns, und die Muscheln waren hervorragend. Nach den Muscheln kam Pasta, und weiter der herbe, weiße Wein aus der Karaffe auf dem Tisch, und von beidem gab es mehr als genug, und so waren wir nach der Pasta erstmal erledigt. Wir legten eine Raucherpause ein, einer der italienischen Art. Der Joint entspannte und lockerte uns, und das Gespräch wurde angeregter. Die Stimmung besserte sich, und die Verpflichtungen lockerten sich, und es lockerte sich allem S. Anders ausgedrückt, wurden wir ihm von Gästen zu Freunden. Das erklärte vermutlich, warum er sich als Nächstes als erster vom Salat bediente, den Wein fast austrank und, während wir seinem Beispiel am Grünzeug folgten, bereits an den Töpfen mit den Calamares und den kleinen, zarten Fischen hing. Seine Freundin trug derweil immer wieder Brot herbei, schenkte uns nach und versuchte, zunehmend erregt, uns unseren Anteil zu bewahren, während ich, vom Joint und der allgemeinen Gelöstheit befeuert, mit einem Tunnelblick mit den anderen diskutierte und mit nebenher eine Geschichte ausdachte, wie ein Wirt seine Gäste bekifft machte, um sie über den Tisch zu ziehen und alles selbst zu essen. S. füllte an dieser Stelle den restlichen Wein in der Karaffe mit Wasser auf, und ich lachte laut und herzlich, weil es so wunderbar zu meiner Geschichte passte. Die anderen blickten verständnislos, aber das kümmerte mich nicht.

A. hatte schließlich genug vom Bedienen (und vielleicht auch von S.) und verdrückte sich. Ich war völlig zu und nahm zur zweiten Raucherpause nur noch einen Zug. Auch das Englisch verkrümelte sich jetzt vom Tisch. D. und S. redeten noch lange. Ich ging ins Bett, mein Magen gefüllt und massiv wie eine eiserne Kanonenkugel, und schlief wie ein Stein.

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Eingestellt von MwaH Am/um

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