Kofi-Time
Es war mein erster Besuch überhaupt bei Starbuck’s. Ich hatte eigentlich nie viel von einer solchen Kette gehalten. Solange ich konnte, zog ich das Voglhaus vor. Die Preise waren sowieso die gleichen, und das Flair des Voglhauses unbezahlbar. Jetzt war das Voglhaus allerdings Geschichte, Teil meiner von Tag zu Tag weiter zurückliegenden Vergangenheit. An einem neuen Ort suchte ich neue Orte, und so landete ich heute tatsächlich im Starbuck’s.
Junge Menschen wüteten hinter der Theke mit einer beängstigenden Energie und Entschlossenheit. Eine junge Dame in schwarz und blond nahm meine Bestellung auf, garniert mit einem Lächeln, das mich zurücktaumeln ließ. Es war umwerfend. Sie sah aus, als sei sie von mir entzückt, ihre Augen leuchteten, und ihre Zähne blitzten weiß. Als wollte sie mich auffressen. „Sagen Sie mir Ihren Vornamen?“, fragte sie mich. Verdattert gab ich ihn ihr. Diese Masche war sogar mir neu. Wie hieß sie eigentlich? Wahrscheinlich Miranda oder so ähnlich, ein süßer und ein wenig klebriger Name, anziehend und sündig. Sie ihrerseits bedankte sich mit einer weiteren Variation ihres Lächelns, Sorte „Vertrauensbildend“, und sagte: „Ich werde Sie aufrufen, wenn Ihr Kaffee fertig ist.“ So war das also.
Abgesehen vom Service und den Preisen aus Fantasialand war Starbuck’s nichts Besonderes. Aus versteckt angebrachten Lautsprechern dudelte lockerer Swing und die Einrichtung verströmte das Flair schwedischer Möbelhäuser, aber das hatte ich beides schon zuhause, und besser. Sie hatten allerdings Lounge-Sessel, von denen ich einen ergatterte; ach ja, und der Kaffee war hervorragend. Er war frisch gebrüht und fuhr mir mit seinem Koffein direkt in meine Amygdala oder so ähnlich, ich war mir nicht mehr sicher – aber das machte nichts, ich hatte sowieso immer schon sehr großzügig gezielt.


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